25.01.-28.02.2020 Simone Haack – Sekundenschlaf

Simone Haack, Jahrgang 1978, liebt Mädchen und Frauen, Zwillinge auch, deren Gesichter nicht zu entschlüsseln sind. Die Orte, in denen sie sich bewegen oder verharren, sind leer, nichts lenkt vom Eindruck der Gestalten ab. Simone Haack schafft Szenen, die gleichermaßen der Realität, einem Wachtraum oder dem Schlaf entrissen sein könnten. Figuren, die zwischen Transparenz und Körperlichkeit changieren, verstärken den Eindruck des Zwischenweltlichen, sie sind nicht nur nicht von dieser Welt, sondern auch aus jeder Zeit gefallen. Die Schönheit liegt im Detail. Im Faltenwurf des Kleides, in seinen schillernden Farben, die im Kontrast zur Bleiche der Haut stehen, in der Ruhe und Friedlichkeit, die auch eine Totenruhe sein kann. Der Künstlerin geht es darum, den Betrachter herauszufordern, ihn zu beunruhigen und die Lust am Unbehagen zuzulassen – was auch durch die oft ungewöhnlichen Perspektiven auf das (Nicht-)Geschehen forciert wird, wenn etwa auf einem wandfüllenden Gemälde ein regungslos, puppengleich ausgestreckt liegendes Mädchen mit weit geöffneten Augen in die Welt des Betrachters zu blicken scheint. Ob sie wohl atmet?

„…Simone Haacks Bilder handeln von Entgrenzung und Selbsterhellung aus Schmerz und Leichtigkeit, in Zuständen, in denen die Haut von der innigen Liaison von Leib und Seele spricht und die weit aufgerissenen Augen von Entrücktheit. In ihren Raumfindungen, die Versteck und Bühne zugleich sind, geht es Simone Haack um die empfindenden und lesbaren Flächen zwischen Welt und Selbst.” (Christoph Tannert)