22.07.2016 – 02.09.2016 – Helge Leiberg – CODEX ZYKLUS

Helge Leiberg hat 2004 einen Zyklus von Gemälden mit religiösen Sujets geschaffen Super putty latest version free download , deren Kern seine Versionen der Sieben Todsünden bilden. „Es geht um Bilder, die in einer Zeit der tagtäglichen Werteverschiebung, ja manche beklagen sogar einen Werteverfall, nach Wertorientierungen fragen, etwa auch nach einem christlichen Kanon.“ (Christoph Tannert)

Leibergs Codex-Zyklus, 15 Bilder umfassend, alle je 3 x 2 Meter groß, wird ab dem 22. Juli 2016 in der Kunsthalle Brennabor gezeigt.

Dem Künstler ist es wichtig, „dass eine Gesellschaft Werte habe, an denen sie sich festhalten könne … Er will keineswegs mit Mahnbildern längst vollzogene Umbewertungen in Frage stellen, denn ein Moralisieren im Sinne der ursprünglichen Intention des Bildprogramms liegt ihm ohnehin fern.“ (Dr. Jürgen Schilling, Auszug aus dem Vorwort des zur Ausstellung erscheinenden Katalogs)

Im Zentrum seiner Auseinandersetzung mit der christlichen Ikonographie stehen die von Thomas von Aquin festgelegten sieben Todsünden Stolz, Geiz, Unkeuschheit, Neid, Unmäßigkeit, Zorn und Trägheit.

Geiz ist ein Zeichen einer Totalvereinnahmung, Gier ein aufgerissenes Schlangenmaul vor einer Hintergrundfigur, die die Selbstverspeisung probt, Zorn ein Paar zuckender Beine in einer sturmzerzausten Wolke und Stolz eine einsame Figur, die mit ausgebreiteten Armen die Mondsichel zu umfassen sucht.

„Tänzer- und Tänzerinnen-Figuren, die noch im Fallen strahlend steigen und ihre Energie ins Publikum schleudern, gibt es in Leibergs Kunst seit frühester Zeit. Seine Zusammenarbeit mit Jazzmusikern und Tanzperformerinnen hat den Kunstkarst der DDR aufgebrochen wie kaum ein intermediales Ereignis der damaligen Zeit und gehört zum Besten dieses Genres.

Es können genügend Bildbeispiele in Leibergs Todsünden-Serie angeführt werden, in denen der Tabubruch allem Anschein nach zweigeschlechtlich ist, etwa in Wollust/Geilheit/Unzucht, wo wir auf ein zentral platziertes weißes Zwitterwesen stoßen, das vor einem kopulierenden Haufen roter  Leiber verharrt und sich in jeder Hinsicht selbst genügt. Ein gutes, zugleich ziemlich deprimierendes Bild, das einen aktuellen Befund unterstreicht: Alles ist vorbei. Man könnte auch meinen, dieses Bild zeige einen Crashtest ohne Neigung zum Selbstmitleid.

Leiberg hat die Kraft, malend Klarheit zu verschaffen!“ (Christoph Tannert)

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen. Dieser kann in der Kunsthalle erworben werden.