20.11.-31.12.2021 Kim Dotty Hachmann “Familienbetrieb” & im Kabinett, Fotoprojekt “Perspektiven einer Ausstellung”

 

Kim Dotty Hachmann, 1974 in Hamburg geboren, in Berlin lebend und arbeitend, hat Kunst in Valencia und Kassel studiert, ihren Abschluss an der Kunsthochschule Kassel mit Auszeichnung gemacht, war Meisterschülerin bei Prof. Nicolaus Ott und Prof. Bernard Stein.

Kim Dotty Hachmann beschäftigt sich in ihrer künstlerischen Arbeit mit Fragen, die um das Themenfeld Familie kreisen. Seit ihrer ersten Schwangerschaft inszeniert Kim Dotty Hachmann sich und ihre Familie künstlerisch im Gemeinschaftsbetrieb. 
In der Ausstellung erhalten die BesucherInnen einen Einblick von knapp 15 Jahren Unternehmensführung und emsiger Betriebsamkeit. In dieser Zeit sind Arbeiten entstanden, die ihren Ursprung in der Beobachtung von und mit Familie haben. Der Titel FAMILIENBETRIEB ist daher Programm.

Visuell setzt Kim Dotty Hachmann sich und ihre Familie in kurzen Videofilmen, Videoinstallationen und Fotoserien
in Szene. Es entwickeln sich Ideen, Geschichten und soziopolitische Fragestellungen, die die Gegensätze von Individualität und Gemeinschaft, Nähe und Abgrenzung, Stärke und Schwäche in humorvoller, poetischer und manchmal auch grotesker Weise herausarbeiten. Als Künstlerin und Mutter lässt sich vieles bewegen: Machtverhältnisse werden hinterfragt und es wird sichtbar, dass Kunst und Kinder super zusammenpassen und sich gegenseitig inspirieren. Dabei interessiert die Künstlerin sowohl die Diskussion in der aktuellen gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung zum Thema Familie als auch ihre Emotionen und Gefühle, die auf eigener Erfahrung im Umgang mit Familie beruhen.

Kim Dotty Hachmann entwickelt ihre Werke stets aus ihrer Lebensmitte heraus. Ihre Arbeiten zeugen von Humor und spielen mit einer Spontaneität, die vor allem durch das Einbeziehen ihrer Kinder als Protagonisten sichtbar wird. So schafft die Künstlerin Fantasiewelten und -räume in denen philosophisch-soziale Fragen und Gesellschaftskritik thematisiert werden.

In der Kunst war und ist das Thema Familie eine große Herausforderung. In vielen Werken auch der jüngeren Kunstgeschichte wird sichtbar, wie sehr, wie unterschiedlich sich die Künstler mit ihrer Familie auseinandergesetzt haben. Manche Bilder sind geradezu eine Verherrlichung der Familie, andere sind eher nüchtern und distanziert. „Schon im Mittelalter gab es in der Darstellung der Familie eine enorme Bandbreite, von heroisierend bis theologisch-abstrakt. … Die Künstler werden psychologisch immer klüger und nehmen ab dem 19. Jahrhundert eine Forscherhaltung ein.“ (Tilmann Moser)

Wir laden Sie herzlich ein, Ihren Familienbetrieb mit dem der Künstlerin abzugleichen. Machen Sie sich das Vergnügen, Ihre Frau/Ihren Mann, selbstverständlich die Kinder mitzubringen. Sagen Sie bitte der Großmutter Bescheid und vergessen Sie den Opa nicht.

Im Kabinett, ist das Fotoprojekt „Perspektiven einer Ausstellung“, welches im Rahmen der Ausstellung Mikos Meininger „Der Hände Tun“ entstanden ist, zu sehen. Klaus D. Fahlbusch, Manfred Paul, Saskia Barth, Michael Lüder und Kathleen Friedrich haben aus unterschiedlichen Perspektiven und mit verschiedenen Techniken Ihre Sicht auf die Ausstellung fotografisch dokumentiert. Zu der Ausstellung ist eine Fotodokumentation in Katalogform entstanden, die in der Kunsthalle Brennabor käuflich erworben werden kann.

Wir freuen uns auf Sie!

Vernissage: Freitag, 19.11.2021, 18 Uhr
Eröffnungsrede: Kurator Christian Kneisel
musikalische Begleitung: Jeremy Woodruff

Sonntag, 5.12.2021, 16 Uhr
Künstlerinnengespräch mit Kim Dotty Hachmann und
dem Kurator Christian Kneisel
Im Anschluss lädt die Künstlerin zu einem Gespräch ein.

Sonntag, 12.12.2021, 15 Uhr
Mememememe – Workshop für Kinder (10–13 Jahre)

Wir tauschen uns über die schnell-lebigen Videoclip-Welten von Social Media aus und wollen kurze Memes entwickeln in denen unerwartete, schräge Ideen angesagt sind.
Beginnen werden wir mit einem gemeinsamen Rundgang durch die Ausstellung. Gemeinsam schauen wir uns die Räumlichkeiten der Kunsthalle und die ausgestellten Foto- und Videoarbeiten an, reden darüber und bauen diese in die eigene Idee eines Memes mit ein. Wir fantasieren und experimentieren, wie wir uns selber in der Ausstellung inszenieren, um verstörende, unerwartete oder einfach nur lustige Memes zu kreieren. Einen kleinen Fundus an Kostümen und Requisiten bringe ich mit. Wer mag macht dies ebenso. Und wer hat bringt bitte sein Smart-Phone mit.

Samstag, 18.12.2021, 18 Uhr
circle of life – ein Filmscreening und Themenabend zu der Künstlerin
Hedwig Woermann (*1879 –1960)

Durch einen Zufall erfuhr ich 2008, dass ich entfernt verwandt bin mit der Bildhauerin und Malerin Hedwig Woermann, die zusammen mit Paula Modersohn-Becker und Ottilie Reylaender in Worpswede und bei Bourdelle in Paris ausgebildet wurde. Auf der Spurensuche nach Hedwig Woermann realisierte ich während eines Stipendiums im Künstlerhaus Ahrenshoop die Videoarbeit circle of life, in der wir Künstlerinnen uns begegnen. Eine spannende Zeitreise von der ich gerne berichten möchte!

Finissage: Freitag, 31.12.2021, 13 Uhr
mit musikalischer Begleitung

 

Vernissage

Fotos: Thomas Deuer

 

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